
Das besondere Haarspray
Mein Onkel hatte noch nie etwas für die feinen Dinge des Lebens, wie zum Beispiel Mode, übrig.
Mit Pflegeprodukten oder kosmetischen Utensilien konnte er ebenso wenig anfangen.
Folgende Geschichte ereignete sich in den achtziger Jahren, als mein damals etwa 45-jähriger Onkel mit seiner Frau und seinem 15- jährigen Sohn nach Süddeutschland reisen wollte.
Für meinen Onkel war das eine große Sache, denn Ostfriesen sind von jeher dafür bekannt, dass sie ihre Heimat nur ungern verlassen.
Demzufolge muss die Reise mit dem Zug von Ostfriesland nach Ulm eine halbe Weltreise für ihn gewesen sein.
Vor Reisebeginn hatte mein Onkel sich seine Haare gründlich gewaschen. Das tat er, wie immer, mit einem Vollwaschmittel, das sich eigentlich für die Anwendung in der Waschmaschine eignete.
Dies war für ihn nichts ungewöhnliches und scheinbar hatten sich seine Haare und Kopfhaut bereits an die Chemikalien gewöhnt.
Mein Cousin erzählte mir jedenfalls später, dass sie auf der Zugreise mehrmals umsteigen mussten und der Zug auf einer Strecke so voll war, dass sie keinen Sitzplatz ergattern konnten.
Als mein Cousin dicht neben seinem Vater stand, bemerkte er einen etwas sonderbaren Geruch, den mein Onkel verströmte.
Daraufhin fragte er seinen Vater, was das für ein beissender Geruch wäre, der von ihm ausginge. Mein Onkel erwiderte, dass er sich mit dem Haarspray seiner Frau eingenebelt habe.
Da er dies zum ersten Mal gemacht hatte, kam ihm der Geruch auch nicht ungewöhnlich vor.
Als mein Cousin seinen Vater fragte, wo denn das Haarspray gestanden habe, und dieser erklärte, dass es auf der Waschmaschine gestanden habe, fiel bei meinem Cousin der Groschen.
Mein Onkel hatte sich fleissig Fliegenspray auf sein Haupt gesprüht, was natürlich den scheußlichen Geruch erklärte...
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