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Deutsche Landsleute in Schweden

Wer im Ausland lebt, trifft zwangsläufig auch auf deutsche Landsleute.

Als wir einige Wochen in Schweden lebten, trafen wir auf ein deutsches Ehepaar und freuten uns über den Kontakt zu vermeintlich Gleichgesinnten.

Leider hielt die Freude nicht lange an, denn schnell stellten wir fest, dass unsere neuen Bekannten überhaupt nicht zu uns passten.

Seither sind wir vorsichtig geworden und stehen Begegnungen mit Deutschen im Ausland eher mißtrauisch gegenüber.

Mittlerweile haben wir festgestellt, dass an dem Spruch „Gott schütze uns vor Sturm und Regen und vor Deutschen, die im Ausland leben“, eine Menge Wahres dran ist.

Auf unserer letzten Station in Schweden trafen wir gleich auf zwei Familien, die uns anfangs sehr sympathisch waren und urplötzlich ihr wahres Gesicht zeigten.

Bei der ersten Familie handelte es sich um unsere deutschen Vermieter, die in dem Dorf, in dem wir lebten, im Besitz von gleich 5 Wohnungen sowie einem Ladenlokal waren. Besser gesagt, die Bank war im Besitz dieser Wohnungen.

 

Leider zogen wir in eine dieser Wohnungen ein und erlebten dort eine weniger schöne Zeit, denn unser Vermieter verschaffte sich, während unserer Abwesenheit, Zutritt in unsere Wohnung und versuchte überflüssiger Weise den Computer meines Mannes zu starten.

Zum Glück war dieser durch ein Passwort geschützt.

Bei einer späteren Konfrontation stritten die beiden Lebensidioten den Sachverhalt stammelnd und peinlich berührt ab.

 

Das zweite deutsche Ehepaar wohnte mit ihren drei Kindern in der Nachbarwohnung und hatte demzufolge den gleichen Vermieter wie wir.

Anfangs waren unsere Nachbarn sehr freundlich und zuvorkommend zu uns.

André und ich freuten uns, dass wir endlich wieder etwas Kontakt zu anderen Deutschen hatten. Damals wussten wir noch nicht, dass diese Familie jede freie Minute mit unserem Vermieter und seiner Frau verbrachte.

 

Der Kontakt zu uns wurde von beiden Familien einfach abgebrochen.

Wir haben nie erfahren, was der Grund dafür war.

Das herzliche Verhältnis zwischen den beiden Familien schien auch ein wenig abzukühlen, als unsere Nachbarn auszogen und sich gleich um die Ecke ihr „Traumhaus“ kauften.

Der befreundete Vermieter schien das ein wenig übel zu nehmen, denn schließlich fehlte nun wieder eine Mieteinnahmequelle.

Zu unseren Nachbarn hatten wir zum Zeitpunkt ihres Auszugs keinen Kontakt mehr.

 

Wenige Wochen später entdeckte ich auf der privaten Homepage etwas, worüber André und ich heute noch lachen müssen.

Die Leute hatten ihr neu erstandenes Haus von allen Seiten fotografiert und in einer Foto-Galerie für Freunde und Familie zur Schau gestellt.

Wir schauten uns die Fotos des Hauses an, das nur etwa 200 Meter von unserer Wohnung entfernt war. Über die Fotos amüsierten wir uns köstlich, denn das „Traumhaus“ der Familie sah auf den Fotos tatsächlich recht malerisch aus.

In der Realität stand die Hütte keineswegs an einem malerischen Ort, schon gar nicht für schwedische Verhältnisse.

Dieses Haus stand mitten auf dem Gelände einer Waschmittelfabrik.

Egal von welcher Seite man dieses Haus betrachtete, die Wohngegend war absolut scheusslich.

Die Familie hatte das Haus jedoch so fotografiert, dass die Fabrik auf keinem der Fotos zu sehen war und es tatsächlich wie ein kleines Traumhaus anmutete.

 

Eigentlich können einem diese Leute nur leid tun, denn sie handeln so, wie es die meisten Deutschen tun. Der äussere Schein muss stimmen, wie es dahinter aussieht, spielt keine Geige. Scheinbar scheint das zu einem Massenphänomen zu werden, man braucht sich nur einmal „Raus aus den Schulden“ mit Peter Zwegat ansehen.