
Hitzewelle auf Gran Canaria
Eigentlich sollte man ja annehmen, dass man sich auf die Angaben in den Reiseführern über Gran Canaria verlassen kann. Doch dem ist nicht so. „Insel des ewigen Frühlings“ wird Gran Canaria in so ziemlich jedem Reiseführer und auf fast jeder Webseite genannt. Glaubt den Verfassern solcher Seiten kein Wort! Da schreibt doch sowieso einer vom anderen ab. Die letzten zwei Wochenenden haben bewiesen, dass auf den Kanaren keinesfalls immer nur Frühling herrscht. Vor einer Woche kam ein starker und sehr heißer Wind auf. Dieses Phänomen nennt sich Scirocco, die Temperaturen klettern nach oben und die Luftfeuchtigkeit sinkt oftmals weit unter 20%, was den Schleimhäuten nicht sonderlich gut bekommt. Die heißen Winde kommen direkt aus Afrika zu uns rüber. Wenn man bei einem Scirocco das Haus verlässt, hat man das Gefühl, als würde man sich einen Haarföhn direkt vor das Gesicht halten. Sogar unseren Katzen war das einfach zu heftig (wie man an Kater Charly auf dem Foto sieht).
Vor einer Woche hatten wir das Vergnügen, ein komplettes Wochenende, vom Scirocco geplagt, zu Hause zu verbringen. Unsere transportable Klimaanlage hat es nicht geschafft, die Temperatur in unserem Wohnzimmer auch nur um 1°C zu senken. Also war Schwitzen angesagt.
Kein Mensch kommt bei dem Wetter auf die Idee, das Haus zu verlassen. Normaler Weise ist ein Scirocco nach etwa 3-5 Tagen wieder vorbei.
Leider ging der letzte Scirocco direkt in einen Calima über, was wir vorgestern zu spüren bekamen. Im Gegensatz zum Scirocco bringt der Calima auch noch feinen Sandstaub aus der Sahara mit. Temperaturen bis zu 50°C sind keine Seltenheit, vor zwei Tagen erreichte das Thermometer 44°C. Einfach ätzend!
Nicht einmal unsere Hunde wollten einen Fuß vor die Haustür setzen. Selbst in der Nacht von Freitag auf Samstag war es 39°C warm. An eine angenehme Nachtruhe war da kaum zu denken. Samstag konnten wir dann endlich ein wenig aufatmen, denn wir waren von unseren Bekannten eingeladen worden, den Tag bei ihnen zu verbringen. Glücklicher Weise haben sie eine fest installierte Klimaanlage, die auch vernünftig kühlt.
Selbst unser Hund „Herr Meyer“ machte es sich auf den kalten Fliesen, direkt unter dem Luftstrom der Klimaanlage, bequem. Als wir abends wieder nach Hause kamen, traf uns allerdings beinahe der Schlag: 39,5°C im Wohnzimmer!
Zum Glück haben wir seit gestern wieder angenehmere Temperaturen um die 30°C. Kaum zu glauben, hin und wieder habe ich direkt eine Gänsehaut...
Trotzdem muss man auch mal sagen, dass wir Glück gehabt haben, denn hier hat es wenigstens nicht gebrannt wie auf der Nachbarinsel La Palma.
Und nicht vergessen: Glaubt nicht den kanarischen Reiseführerern!!!
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