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Geschichten aus Ostfriesland

Schule auf Ostfriesisch

Ehrlich gesagt, manchmal kann ich verstehen, dass es Ostfriesenwitze gibt.

Sicherlich gibt es in Deutschland noch zahlreiche andere Landstriche, die dafür bekannt sind, dass dort nicht nur geistige Leuchten wohnen, aber die Ostfriesen sind schon ein ganz besonderer Menschenschlag.

Mit gefällt die Bezeichnung „Niedersächsische Landbevölkerung“ ganz gut, denn da kann sich jeder den Rest selbst zusammenreimen...

Dass die Ostfriesen außerdem von Zeit zu Zeit einen recht gewöhnungsbedürftigen Sprachgebrauch anwenden, kann man an der folgenden, kurzen Geschichte erkennen.

Diese hat mir mein Bruder erzählt, als er im Jahr 1990 einen Nachmittag mit seinem Kumpel in dessen Garten  verbrachte.

Das besondere Haarspray

Mein Onkel hatte noch nie etwas für die feinen Dinge des Lebens, wie zum Beispiel Mode, übrig.

Mit Pflegeprodukten oder kosmetischen Utensilien konnte er ebenso wenig anfangen. 

Folgende Geschichte ereignete sich in den achtziger Jahren, als mein damals etwa 45-jähriger Onkel mit seiner Frau und seinem 15- jährigen Sohn nach Süddeutschland reisen wollte.

Für meinen Onkel war das eine große Sache, denn Ostfriesen sind von jeher dafür bekannt, dass sie ihre Heimat nur ungern verlassen.

Demzufolge muss die Reise mit dem Zug von Ostfriesland nach Ulm eine halbe Weltreise für ihn gewesen sein.

Der defekte Rasierapparat

Mein Opa war schon immer ein sehr eigenwilliger Mensch, den ich in meiner Jugend oftmals laut und polterig erlebt habe. Außerdem war er sehr fordernd, wenn es darum ging, seine Ziele zu verfolgen und durchzusetzen.

Ein großer Nachteil war, dass unsere Großeltern nur etwa drei Kilometer von uns entfernt wohnten.

Mein Opa neigte nämlich dazu, immer fleißig zum Telefonhörer zu greifen und meinen Vater um Hilfe zu bitten, der dann auch meistens sofort zur Stelle war.

 

So auch an diesem Sommertag im Jahre 1988.

Wieder einmal klingelte das Telefon und mein Opa wollte mit meinem Vater sprechen.

Von alten Damen und kleinen Kaninchen

Mitte der achtziger Jahre zogen meine Eltern mit meinem damals 16- jährigen Bruder und mir, damals zwölf Jahre alt, von Bremen nach Ostfriesland.

Für mich war am Landleben besonders reizvoll, dass wir uns endlich ein paar Haustiere zulegen konnten.

Zuerst zog eine kleine Katze zu uns, es folgte ein Hauskaninchen, das leider etwas später der Kaninchenseuche erlag.

Deshalb entschied ich mich für ein kleines Zwergkaninchen, das nicht, wie sein Vorgänger im Schuppen wohnen sollte, sondern in meinem Zimmer.

 

Zu der Zeit hatten wir eine ältere Nachbarin, nennen wir sie einfach Frau Goldmann.

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