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Von Lehrlingen und grünen Äpfeln

Als ich noch in der Arztpraxis in der Lüneburger Heide arbeitete, war es völlig normal, dass wir regelmäßig alle drei Jahre einen neuen Lehrling ausbildeten.
Im Jahr 2002 war es wieder einmal so weit. Dass es sich jedoch um die schlimmste Azubine handeln würde, die mir jemals untergekommen ist, konnte ich anfangs noch nicht ahnen.
Als sich folgende Geschichte ereignete, wusste ich allerdings schon, dass mit dem Mädchen etwas nicht stimmt.

Obwohl meine Kollegin und ich uns das Lachen nicht verkneifen konnten, so waren wir wenigstens auf einen derartigen Ausfall gefasst.
Wieder einmal hatten wir von Patienten oder einem Pharma-Referenten etwas Obst geschenkt bekommen, was nicht selten vorkam.

Darunter befanden sich auch einige grüne Äpfel, die ganz eindeutig als „Granny Smith“ zu identifizieren waren.
Unser Chef war darauf aus, die schönen grünen Äpfel los zu werden. Zu unserem Lehrling, nennen wir sie einfach „Melli“, sagte er:“ Melli-Liebes, nimm doch einen von diesen schönen grünen Äpfeln. Die sind so gesund!“.
Melli-Liebes war allerdings anderer Meinung und erwiderte daraufhin:“ Nein, danke! Ich esse am liebsten Granny Smith!“.
Daraufhin mussten sowohl meine Kollegin und ich, als auch unser Chef anfangen zu lachen. Melli-Liebes hatte natürlich nicht verstanden, warum wir uns so köstlich amüsierten.
Unser Chef klärte sie deshalb auf und sagte:“ Melli-Liebes, das hier sind Granny Smith!“.
Diese Aussage hinterließ bei der geistreichen Melli einen etwas ratlosen Blick, den wir leider nicht zum letzten Mal zu sehen bekommen sollten.